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Steig ab im "Hotel California"! 


Sonntag, 20. Juli 2008

 

Video Hotel California
Hier geht's zum Video!

 

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Kennst du das? Du hörst ein Lied und hast eine bestimmte Szene dazu im Kopf? Zu so einem bekannten Song wie "Hotel California" gibt es wahrscheinlich genauso viele Vorstellungen davon wie es Leute gibt, die es hören. Auch wir hatten natürlich unsere eigene Idee, wie wir diese Geschichte verfilmen könnten und es dabei immer noch ein Musikvideo bleiben würde.
 

cow girl
Lisa: Cowgirl "natürlich"
cow girl
Mona: Cowgirl "verrucht"

Zu allererst schwebte uns ein bestimmtes Outfit vor. Es sollte in die Wüste passen, western-mäßig, aber auch wieder ein bisschen abgegriffen-chick, so wie wir uns das Hotel auch vorstellten. Bevor wir überhaupt zu drehen begannen, liefen wir also mal durch einige Kaufhäuser (für die Kleider und den Schmuck) und landeten schließlich im "Boot Barn", einem Western-Laden in Woodland Hills, L.A, wo wir Hüte und Boots kauften.

Zu Hause saßen wir dann "in der Maske" und stylten uns entsprechend unserer Rollen, die wir einnehmen wollten: Lisa als Erzählerin der Geschichte war das natürliche Cowgirl, Mona das verrucht-abgetakelte Saloon-Mädchen, das gern was Besseres wär'.
 

 

"on a dark desert highway..." in Palmdale, California

Drehorte von "Hotel California" inkl. dem Hotel California in Oakland/San Francisco

 

So, nun war das mal soweit geschafft. Aber als nächstes mussten wir diesen "dark desert highway" und dazu einen alten, rostigen Pickup finden, mit dem wir "fahren" würden. Michaela erinnerte sich vom letzten Jahr an die Gegend um Palmdale, an der wir damals auf dem Weg zum Death Valley vorbei kamen. Sie wusste noch, dass dort viele klapprige, alte Autoruinen auf den Grundstücken der Mexikaner gelagert wurden. Dort wollten wir fragen, ob wir uns nicht etwas ausborgen konnten.

In Palmdale fuhren wir einige Straßen ab, auf der Suche nach einer der typischen, zwar asphaltierten, aber kaum befahrenen ewig-langen Straßen durch eine Kakteen-Wüste, die ins Nirgendwo führen, gesäumt von alten Strommasten. Wir mussten uns langsam beeilen, denn es wurde immer dunkler und wir wollten ja unter anderem den Sonnenuntergang filmen.
 

Pick-up

Erinnerungsfoto an den Auto-Handel in Palmdale

An einer Kreuzung (siehe Karte "Pickup Car Deal") fanden wir plötzlich alles auf einmal: DAS Auto, und wie sich herausstellte, auch DEN Highway. Der alte Pickup gehörte einem Mexikaner, der seine Töpfer-waren damit transportierte. Für 50 $ wollte er uns sein Auto borgen. Er sagte, er müsste nur erst noch seine Amphoren nach Hause bringen. Wir folgten ihm also quer durch die Wüste zu seinem Wohnwagen/Mobilheim. Das Grundstück bot eine eigenwillige Idylle - alte Wohnwagen-Wracks, Wellblechhütten, ein paar Ziegen und Hühner und ein Kuh-Gerippe. Sein Sohn half beim Abladen der Tonvasen und bot an, uns zu begleiten und uns den idealen Highway zu zeigen.
 

Gleise in Palmdale
Bei solchen Kulissen fällt es nicht schwer, sich in die Lage des Erzählers zu versetzen - "up ahead in the distance I saw a shimmering light ..."

Er hatte nicht zu viel versprochen. Vorbei an einem einsamen Bahngleis rumpelten wir quer durch die Wüste zu diesem Highway ... Wir konnten es nicht fassen - es war genauso, wie wir uns die Szene vorgestellt hatten. Zu allem Überfluss hatte es an diesem Tag in Palmdale etwas geregnet, und ein paar graublaue Wolkentürme waren noch zu sehen. In Kombination mit der untergehenden Sonne ergab das eine richte "Hotel California"-Stimmung.
 

Pick-up am "dark desert highway"
Aber nicht nur die Lichtstimmung war einmalig ...

Dass uns der Mann begleitete, hatte noch einen weiteren Vorteil, nämlich, dass er den Pick-up für uns auf- und abfuhr, während wir auf der Ladefläche saßen und Papi sich auf's Filmen konzentrieren konnte.

Einmal war Papa sogar mit auf der Ladefläche - als er das Gitarrensolo aufnahm. Das wäre alles viel komplizierter geworden ohne unseren Begleiter und hätte uns viel mehr Zeit gekostet. Und so war das Timing gerade richtig. Rechtzeitig vor Einbruch der völligen Dunkelheit hatten wir alle Szenen gedreht, die wir haben wollten. Das hätten wir ohne unseren Helfer nicht geschafft.
 

Palmdale Desert

... auch die warme Brise haben wir sehr genossen - das war ein guter Ausgleich zu dem kalten Wind in San Francisco

Für seine Unterstützung fuhren wir noch an die nächste Tankstelle und bezahlten ihm einen vollen Tank. Damit war ihm mindestens so viel geholfen wie uns mit dem Auto und seiner Hilfe. Alleine, dass dir mitten im Nirgendwo jemand hilft, ohne hundert Fragen zu stellen - in dem Fall jemand, der selbst kaum etwas besitzt, ungeachtet von Hautfarbe und Herkunft, war so ein beeindruckendes Erlebnis, das natürlich jedes Mal wieder mit dabei ist, wenn wir uns dieses Video ansehen. Aber wir denken, auch für die mexikanische Familie war das eine spannende Abwechslung vom Alltag. Wir sind sicher, sie haben es ihrer ganzen Verwandtschaft erzählt :)! Und wir hoffen, dass sie eines Tages diese Seite und das Video ansehen können, damit sie wissen, wie viel sie für uns getan haben. Dieses Erlebnis hat einen bleibenden Eindruck  bei uns hinterlassen.
 

Hotel California, San Francisco
Um dich nicht aus der nächtlichen Stimmung rauszukatapultieren, zeigen wir hier eine Fotomontage, ähnlich wie im Video :)

Das "Hotel California" aus Backstein, das du im Video immer wieder siehst, fanden wir übrigens in San Francisco/
Oakland
(siehe Karte). Es war früher mal ein Hotel, mittlerweile wurde es zu einer Absteige für Obdachlose. Die Gegend war ziemlich gruselig, und wir schauten, dass wir bald wieder wegkamen, so unheimlich war die Stimmung dort. Aber irgendwie passte das ja auch wieder zum Thema des Liedes.

Mit ein paar Tricks wie z. B. die Hotel-Beleuchtung (die ja tagsüber nicht eingeschaltet war) hat Papa noch ein bisschen zusätzliche Stimmung geschaffen und auch Michaela hat bei diesem Video ihren kreativen Beitrag geleistet. Sie hat übrigens auch die Fotos gemacht, während wir drei beim Drehen waren, um auf diesen Seiten das Making-of der Videos dokumentieren zu können. Sie hat auch das gesamte Artwork für die "California-Dreaming"-CD gemacht und bei einem Lied sogar noch Saxophon und Percussion gespielt. Und während wir in Australien schon wieder fleißig die Schulbank drücken, gestaltet und aktualisiert sie die Website für uns weiter. *knuddel*

Das ist so toll, dass in unserer Familie jeder so kreativ ist und gerade die richtigen Fähigkeiten hat, die man für solche Projekte braucht. Und dass wir dann spontan noch so viele Leute finden, die sich für unsere Sache persönlich engagieren (die Mexikaner hier, aber auch Dirk mit seinem Motorboot und Joel in San Francisco) - Echt, wir sind richtige Glückspilze!

Das musste auch mal gesagt werden. Aber jetzt schicken wir euch noch mal auf den "dark desert highway". Mal sehen, was ihr im "Hotel California" alles so erlebt!

Ciao,
Mona und Lisa

 

Für den Fall, dass das Abspielen nicht funktioniert - der YouTube Link geht immer: Hotel California (The Eagles)


Und hier sind die anderen zwei Making-of's und Videos:

> San Francisco
>
California Dreamin'

 

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