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Making-of
> Hotel California Steig ab im "Hotel California"!
Kennst du das? Du hörst ein Lied und hast eine bestimmte Szene dazu
im Kopf? Zu so einem bekannten Song wie "Hotel California"
gibt es wahrscheinlich genauso viele Vorstellungen davon wie es
Leute gibt, die es hören. Auch wir hatten natürlich unsere eigene
Idee, wie wir diese Geschichte verfilmen könnten und es dabei immer
noch ein Musikvideo bleiben würde.
Zu allererst schwebte uns ein bestimmtes Outfit vor. Es sollte in die Wüste passen, western-mäßig, aber auch wieder ein bisschen abgegriffen-chick, so wie wir uns das Hotel auch vorstellten. Bevor wir überhaupt zu drehen begannen, liefen wir also mal durch einige Kaufhäuser (für die Kleider und den Schmuck) und landeten schließlich im "Boot Barn", einem Western-Laden in Woodland Hills, L.A, wo wir Hüte und Boots kauften.
Zu Hause saßen wir dann "in der Maske" und stylten uns entsprechend
unserer Rollen, die wir einnehmen wollten: Lisa als Erzählerin
der Geschichte war das natürliche Cowgirl, Mona das
verrucht-abgetakelte Saloon-Mädchen, das gern was Besseres wär'.
So, nun war das mal soweit geschafft. Aber als nächstes mussten wir diesen "dark desert highway" und dazu einen alten, rostigen Pickup finden, mit dem wir "fahren" würden. Michaela erinnerte sich vom letzten Jahr an die Gegend um Palmdale, an der wir damals auf dem Weg zum Death Valley vorbei kamen. Sie wusste noch, dass dort viele klapprige, alte Autoruinen auf den Grundstücken der Mexikaner gelagert wurden. Dort wollten wir fragen, ob wir uns nicht etwas ausborgen konnten.
In Palmdale fuhren wir einige Straßen ab, auf der Suche nach
einer der typischen, zwar asphaltierten,
aber kaum befahrenen ewig-langen Straßen durch eine Kakteen-Wüste,
die ins Nirgendwo führen, gesäumt von alten Strommasten.
Wir mussten uns langsam beeilen, denn es wurde immer dunkler und wir
wollten ja unter anderem den Sonnenuntergang filmen.
An einer Kreuzung (siehe Karte "Pickup Car Deal") fanden wir plötzlich alles auf einmal: DAS Auto, und
wie sich herausstellte, auch DEN Highway. Der alte Pickup gehörte
einem Mexikaner, der seine Töpfer-waren damit transportierte. Für 50
$ wollte er uns sein Auto borgen. Er sagte, er müsste nur erst noch
seine Amphoren nach Hause bringen. Wir folgten ihm also quer durch die
Wüste zu seinem Wohnwagen/Mobilheim. Das Grundstück bot eine eigenwillige Idylle - alte Wohnwagen-Wracks, Wellblechhütten, ein paar
Ziegen und Hühner und ein Kuh-Gerippe. Sein Sohn half beim Abladen der
Tonvasen und bot an, uns zu begleiten und uns den idealen Highway zu
zeigen.
Er hatte nicht zu viel versprochen. Vorbei an einem einsamen Bahngleis
rumpelten wir quer durch die Wüste zu diesem Highway ... Wir konnten
es nicht fassen - es war genauso, wie wir uns die Szene vorgestellt
hatten. Zu allem Überfluss hatte es an diesem Tag in Palmdale etwas
geregnet, und ein paar graublaue Wolkentürme waren noch zu sehen. In
Kombination mit der untergehenden Sonne ergab das eine richte "Hotel
California"-Stimmung.
Dass uns der Mann begleitete, hatte noch einen weiteren Vorteil, nämlich, dass er den Pick-up für uns auf- und abfuhr, während wir auf der Ladefläche saßen und Papi sich auf's Filmen konzentrieren konnte.
Einmal war Papa sogar mit auf der Ladefläche - als er das
Gitarrensolo aufnahm. Das wäre alles viel komplizierter geworden
ohne unseren Begleiter und hätte uns viel mehr Zeit gekostet. Und so
war das Timing gerade richtig. Rechtzeitig vor Einbruch der völligen
Dunkelheit hatten wir alle Szenen gedreht, die wir haben wollten.
Das hätten wir ohne unseren Helfer nicht geschafft.
Für seine Unterstützung fuhren wir noch an die nächste Tankstelle
und bezahlten ihm einen vollen Tank. Damit war ihm mindestens so
viel geholfen wie uns mit dem Auto und seiner Hilfe. Alleine,
dass dir mitten im Nirgendwo jemand hilft, ohne hundert Fragen zu
stellen - in dem Fall jemand, der selbst kaum etwas besitzt,
ungeachtet von Hautfarbe und Herkunft, war so ein beeindruckendes
Erlebnis, das natürlich jedes Mal wieder mit dabei ist, wenn wir uns
dieses Video ansehen. Aber wir denken, auch für die
mexikanische
Familie war das eine spannende Abwechslung vom Alltag. Wir sind
sicher, sie haben es ihrer ganzen Verwandtschaft erzählt :)!
Und wir hoffen, dass sie eines Tages diese Seite und das Video
ansehen können, damit sie wissen, wie viel sie für uns getan haben.
Dieses Erlebnis hat einen bleibenden Eindruck bei uns
hinterlassen.
Das "Hotel California" aus Backstein, das du im Video immer
wieder siehst, fanden wir übrigens in San Francisco/ Mit ein paar Tricks wie z. B. die Hotel-Beleuchtung (die ja tagsüber nicht eingeschaltet war) hat Papa noch ein bisschen zusätzliche Stimmung geschaffen und auch Michaela hat bei diesem Video ihren kreativen Beitrag geleistet. Sie hat übrigens auch die Fotos gemacht, während wir drei beim Drehen waren, um auf diesen Seiten das Making-of der Videos dokumentieren zu können. Sie hat auch das gesamte Artwork für die "California-Dreaming"-CD gemacht und bei einem Lied sogar noch Saxophon und Percussion gespielt. Und während wir in Australien schon wieder fleißig die Schulbank drücken, gestaltet und aktualisiert sie die Website für uns weiter. *knuddel* Das ist so toll, dass in unserer Familie jeder so kreativ ist und gerade die richtigen Fähigkeiten hat, die man für solche Projekte braucht. Und dass wir dann spontan noch so viele Leute finden, die sich für unsere Sache persönlich engagieren (die Mexikaner hier, aber auch Dirk mit seinem Motorboot und Joel in San Francisco) - Echt, wir sind richtige Glückspilze! Das musste auch mal gesagt werden. Aber jetzt schicken wir euch noch mal auf den "dark desert highway". Mal sehen, was ihr im "Hotel California" alles so erlebt!
Ciao,
>
San Francisco
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