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> Spielen am Strand, "Hennessey's" in Laguna Beach, California Ein Musiktag in Laguna Beach, CA
Dienstag,
22. Juli 2008 Mannomann, unser Leben ist aufregend :) Wir werden schon richtige, vollzeitbeschäftigte Profi- Musiker! Zuerst mal muss gesagt werden, dass wir uns immer noch in den wunderschönen USA befinden, auf unserem einmonatigen Ferien- u. Musik-Urlaub in Kalifornien. Die letzten paar Wochen kamen wir hier aber nicht viel zum Faulenzen. Etliche Auftritte, Gitarrenstunden, Videofilmen, usw. füllten unseren Terminkalender. Aber jetzt wollen wir euch etwas über unseren verrücktesten Tag in dieser Woche erzählen.
Es war ein Dienstagmorgen. Beim Frühstück besprachen wir noch einmal den
Tagesplan. Am Abend sollten wir in einem Café namens Hennessey's in
Laguna Beach auftreten. Aber zuvor wollten wir uns diesmal noch als
Straßenmusikanten versuchen.
Als wir letzte Woche im Hennessey's spielten, erzählte uns jOHn (der uns diese Auftritte vermittelt hatte), dass er am Strand von Laguna Beach schon öfter Musiker spielen gehört hatte. Angeblich durfte man dort ohne Lizenz spielen, solange man nicht durch laute Verstärker und ordinäre oder aggressive Texte die Leute verärgerte ... Gute Neuigkeiten für uns! ;)
jOHn hatte uns für diesen Zweck eine seiner akustischen Gitarren
geborgt. Wir hatten nämlich nur eine akustische mit. Die zweite,
eine halbakustische Gitarre, hätte man unverstärkt nicht gehört. So
ausgestattet, fuhren wir also gleich nach dem Frühstück Richtung Süden -
Laguna Beach war ca. 2 Stunden von unserem Wohnort entfernt (siehe
Karte). Sommer, Sonne, StrandHier in Amerika ist das im Vergleich zu Österreich ein bisschen anders: Wenn bei uns in Wien jemand auf der Straße spielt, dann ist das doch oft ein Zeichen der Armut oder Bettelei, findet ihr nicht? Aber hier in Kalifornien findet man ganz normale, durchschnittliche Menschen, die sich mit ihrem Instrument einfach in die Sonne setzen und spielen.
Wir marschierten also den Strand entlang, um ein geeignetes Plätzchen
zu finden. Typisch für hier: Wir saßen noch keine 5 Minuten auf
unserer Bank und hatten noch nicht einmal die Gitarren richtig
ausgepackt, da kam auch schon eine junge Frau vorbei und bot uns
Konzertkarten für ihre Show an - sie versuchte, am Strand ein paar
Tickets zu verkaufen. (Wenn's dich interessiert: www.janefullermusic.com)
Wir kamen ins Gespräch und sie fand es fabelhaft, dass wir hier
spielten. Sie konnte fast nicht glauben, dass wir als Zwillinge wirklich
Mona und Lisa hießen. Sie tauschte mit uns Visitenkarten aus und
wünschte uns alles Gute für die Zukunft. Dann musste sie sich um ihr
eigenes Business kümmern. Tja, man hat zwar viele Möglichkeiten in
LA, aber auch viel Konkurrenz, und man muss schon einiges für den Erfolg
tun. ;)
Wie du auf den Fotos sehen kannst, stand unser Bänkchen direkt an der Promenade. Vor uns breitete sich der wunderschöne Sandstrand aus, mit richtigen Baywatch-Türmen. Gut aussehende Strandwächter beobachteten die Wellen, während sie von hunderten von Möwen umkreist wurden.
Natürlich waren wir aufgeregt, als wir die Gitarrenkoffer vor uns
aufbauten, ein paar CDs und Visitenkärtchen hineinlegten und unsere
Gitarren stimmten. Für uns war das etwas ganz Neues und wir hatten keine
Idee, wie die Passanten darauf regieren würden.
Wir begannen mit "I will" ... ein paar Leute guckten schon her oder blieben kurz stehen. Dann legten wir mit unserem ganzen Repertoire los. Alles was wir spielen konnten, präsentierten wir. Vor allem die schnelleren, fröhlicheren Nummern kamen gut an ... Kein Wunder, wir waren schließlich am Strand ;)
Die Nervosität ging schnell vorbei und es machte riesigen Spaß, für die
Leute zu spielen. Sie dankten es uns, indem sie mit uns mitsangen und
-klatschten, Geld in unseren Gitarrenkoffer warfen, sich Visitenkarten
nahmen, uns fotografierten und mit uns plauderten. Wir kamen mit den
unterschiedlichsten Leuten ins Gespräch. Einmal sprach uns ein Mann an.
Er fand es toll, dass wir so alte Lieder wie "Tambourine Man", "Proud
Mary" oder "Teach your children well" spielten. "Die Nummern, mit denen
er groß wurde", wie er sie bezeichnete (in Englisch natürlich
J) Die Amerikaner stehen
überhaupt mehr auf so wirklich gute Pop Klassiker ... Gut so!
Wir unterhielten uns mit Leuten aus den verschiedensten Bundesstaaten
wie z. B. Texas oder Georgia - über unsere Musik, über die Band, die CD,
unsere Auftritte und über Österreich. Lustig ist ja, dass die
meisten Amerikaner, mit denen wir ins Gespräch kamen, schon mal in
Österreich waren - entweder in Wien ("was für eine wundervolle Stadt"),
in Salzburg zum Schifahren oder in Tirol wandern. Natürlich machten wir
auch Werbung für unseren Abendauftritt im "Hennessey's" - und manche
wollten tatsächlich später nochmals vorbeikommen!
Es wurde aber sowieso schon Abend und die Leute packten langsam ihre
Strandsachen zusammen. Wir waren auch schon richtig hungrig und durstig,
und unsere Finger mussten ja am Abend auch noch einsatzfähig sein. Also
ließen wir es für dieses Mal gut sein.
Diese Strand-Sache war echt toll! Es war aufregend, so viele neue Leute kennen zu lernen. Die unterschiedlichsten Arten von Menschen gab es hier: Da waren mal diejenigen, die sich eine ganze Weile auf die Nachbars-Bank setzten und zuhörten, bevor sie uns ansprachen und ein paar Dollars spendeten. Dann gab's diejenigen, die sich gleich musikalisch beteiligten, indem sie einfach lauthals mitsangen oder mit ihrer Mundharmonika mitspielten. Und zwar so laut, dass sie andere Leute auf uns aufmerksam machten. Das war natürlich gut für's Geschäft. Denn immer wenn ein paar Leute stehen blieben, wurden andere auch neugierig. Und vor den anderen traute sich keiner mehr wegzugehen, ohne uns zumindest einen Dollar in den Gitarrenkoffer zu werfen ;) Es kam schon vor, dass die Promenade kurzzeitig "verstopft" war, weil ganze Groß-Familien zuhörten. Oft waren es die dann kleinen Kinder, die uns Geld in den Koffer warfen. Es kamen aber auch Jugendliche in unserem Alter vorbei. Ein Bursche mit einem Beatles-T-Shirt z. B. schlich ein paar Mal um unsere Bank herum - ganz "unauffällig". Zufällig spielten wir da gerade zwei Beatles-Nummern, und die hatten ihn dann scheinbar motiviert, uns einen Dollar zu geben. Sonst war er aber sehr schüchtern. Am meisten verblüfft waren wir jedoch über einen offensichtlich Obdachlosen, der uns von seinem wenigen Geld auch einen Dollar gab. Ja, so ist das eben hier: "Leben und leben lassen".
Alles in allem, haben wir ca. 30 Dollar zusammen bekommen! Kein
schlechtes Taschengeld für 2 ½ Stunden "seinem-Hobby-nachgehen", oder?
Der Abendauftritt im Hennessey's
Die ganze Vorgeschichte, wie es zu unseren Auftritten im Hennessey's
kam, lies bitte in unserem 1.
Hennessey's-Eintrag nach. Dies war ja schon unser zweiter "gig", wie
das hier so schön heißt. Wir kannten den "Hausgebrauch" schon.
Kellner Jason stellte uns gleich unsere Cokes mit Zitrone auf den Tisch,
und bevor wir mit jOHn die Technik aufbauten, verputzten wir erst mal
jeder einen großen Burger ...
Diesmal waren mehr Leute da als vorige
Woche, was uns natürlich freute. Das hieß mehr Publikum
J, aber auch mehr
Hintergrundgeräusche. Und schon saßen wir wieder auf unseren Stühlen,
die Gitarren in der Hand. Genau wie letzte Woche. Doch es war anders,
denn wir waren durch das viele am-Strand-spielen gerade eben viel
ausgelassener und überhaupt nicht nervös.
Gesungen haben wir an diesem Abend mit Stand-Mikrofonen (Danke Mike und jOHn fürs Borgen!) und nicht mit Headsets, da man bei stehenden Mics durch Entfernen oder Näherkommen mit dem Mund zum Mikrofon die Lautstärke der Stimme besser regeln konnte.
Wir spielten gelassen unser Repertoire durch und legten am Schluss sogar
noch eine Zugabe drauf ... Das Publikum war an diesem Abend
jedenfalls bombig, wozu auch Arthur aus Las Vegas einen großen Beitrag
leistete.
Arty, wie er sich nennt, ist von spanischer Herkunft. Er selbst macht auch Musik (Las Vegas String Band) und hat sich an unserer ebenso kräftig beteiligt, wie ihr im Video "Michelle" hören könnt. An diesem Abend war er unser größter Fan, oder zumindest unser lautester ;) Er feuerte uns an, sang laut mit und sorgte für jede Menge Stimmung. Manchmal war das so witzig, dass wir während des Singens zu lachen beginnen mussten. Es war hart, die Lachmuskel unter Kontrolle zu halten :) jOHn meinte, es war sicherlich ein gutes Training für uns, und das war es tatsächlich. Aber Arthur meinte es ernst mit uns - er blieb mit uns in Kontakt, und mittlerweile macht er sogar auf seiner Website Werbung für unsere. Danke, Arty!
Es wurde nach jeder Nummer ausgiebigst geklatscht und gejubelt. Das hat
uns natürlich richtig angespornt. Das Publikum war dieses Mal sehr
aufmerksam und interessiert, einfach schön! Wir machten bei den Songs
vielleicht ein paar mehr kleine Fehler, dafür war unsere Präsenz stärker
und wir waren sicherer auf der Bühne... so konnten wir das Publikum mehr
begeistern als letztes Mal.
Aber zwei andere Sachen müssen wir dir unbedingt noch erzählen: 1. Als wir beim letzten Lied waren, kam eine Frau zu Michaela und fragte sie, wie lange wir noch spielen würden. Ihre Schwester hatte uns am Strand gehört und sie daraufhin ins Hennessey's geschickt. Nachdem wir aber schon am Ende unserer Show angelangt waren, entschloss sich die Frau, zwei unserer Live-CDs zu kaufen, eine für sich und eine für ihre Schwester. Ist das nicht genial? Stell dir vor, wir hätten nicht am Strand gespielt!
2. jOHn erzählte uns später noch folgendes: Ein Hennessey's Gast hatte
uns beide ebenfalls am Strand spielen gesehen und auch als die Polizei
uns ermahnte, die Gitarrenkoffer zu schließen. Der Mann ist dann
daraufhin zu den Beamten gegangen und hatte sie gefragt, warum sie uns
nicht mit unserer tollen Musik weitermachen ließen. Auch er war
extra wegen unserer Musik noch mal ins Hennessey's gekommen. Als wir
diese Geschichte hörten, waren wir überrascht, was sich da rund um uns
alles abspielte, was wir gar nicht mitbekommen hatten.
Als wir fertig waren kamen wieder Mike und jOHn mit ihrem Programm an die Reihe. Sie sind ja schon richtige Profis, die ganz schön was auf dem Kasten haben. Schließlich hieß es Abschied nehmen - von Jason, jOHn und Mike. Das war hart, denn sie alle sind uns in der kurzen Zeit so richtig ans Herz gewachsen. Der einzige Trost war, dass Mike und jOHn erwähnten, uns vielleicht nächsten Sommer in Österreich zu besuchen. Mal sehen, was wirklich daraus wird. Aber das wär' natürlich super! Ja, so in etwa kann unser zukünftiges Berufsleben ruhig aussehen ;) Den ganzen Tag Musik machen und dafür bezahlt bekommen … Was gibt es schöneres? Erschöpft fielen wir nach der langen Rückfahrt ins Bett. Der Tag war aber auf jeden Fall unvergesslich und wir wissen jetzt schon, dass wir sicher noch einmal wo am Strand spielen werden ;) Danke an alle, die uns so toll angefeuert haben J Eure Mona und Lisa
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